Cosplay Saturday in Düsseldorf
Dem kürzlichen Schweinegrippe-Vorfall zum Trotz fand am mittlerweile gestrigen Samstag in Düsseldorf wieder einmal der Japan-Tag statt. Im Gebiet der Hafenpromenade haben sich Interessierte aus Deutschland und teilweise sogar aus dem Ausland versammelt, um japanischer Musik zu lauschen, diverse Kampfkünste zu betrachten und an diversen Buden bei kleinen Aktivitäten selbst Hand anlegen zu können. Ach ja, und die knallharten Anime- und Manga-Fans haben sich natürlich nicht die Gelegenheit nehmen lassen, sich als ihre Lieblingsfiguren zu verkleiden. Mein Bruder und ich waren vor Ort und im Folgenden gibt es ein paar bebilderte Eindrücke meinerseits.
Nach gut dreistündiger Fahrt und anschließendem leichten Herumirren in der Stadt Düsseldorf näherten wir uns endlich dem Schauplatz der Veranstaltung: Die Hafenpromenade der Stadt. Von weitem ließ sich leider noch nicht sehr viel erkennen - außer der Tatsache, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Immerhin etwas! Und allein die Tatsache, dass die Cosplayer-Dichte stetig zunahm, war ein gutes Zeichen. Denn wo die hinwollen, da wollten wir auch hin: Zum großen Japan-Tag in Düsseldorf.
Was anfangs noch nach einer eigentlich recht überschaubaren Anzahl von Besuchern aussah, stellte sich beim Betreten des Event-Geländes als doch ziemlich große Menschenmenge heraus - ganz wie man es von derartigen Veranstaltungen erwarten würde. Hat die Schweinegrippe-Panik anscheinend wohl nicht für ausbleibende Besucher gesorgt.
Ebenfalls Glück hatte man mit dem Wetter: Bedenke ich, wie es gestern zumindest hier nahe Hannover geregnet hat... Wäre jedenfalls nicht schön gewesen, bei derartigen Regenfällen durch das eigentlich recht überschaubare Gelände zu wandern.
Doch was gab es nun eigentlich zu sehen? Meine Erwartungen entsprach das, was ich dort vorgefunden habe, zumindest in der Präsentation nicht so ganz. Während der untere Teil der Promenade lediglich (oder glücklicherweise?) zur Auslagerung der Restaurants genutzt wurde, warteten im höher gelegenen Abschnitt zahlreiche 08/15-Zelte, zwei Bühnen (eine für Kampfkunst und eine für Musik) und zwei zumindest etwas interessanter gestaltete Plätze. Gut, für's Bogenschießen reicht nun mal kein kleines Zelt und zugegebenermaßen hatten selbst die eines dieser Zelte vor Ort, um ihr Zeug zu lagern. Aber der Stand über Samurai war einerseits separat eingegrenzt und verfügte auch noch über Nicht-Zelte als Schattenspender für die Betreiber.
Besonders beeindruckend finde ich übrigens die Rüstungen, die sowohl an Standpersonal angelegt als auch ohne menschlichen Inhalt zu sehen waren. Irgendwie kann ich mir immer noch nicht so richtig vorstellen, wie man sich mit alle dem Zeug ordentlich bewegen sollen, aber vielleicht sieht das auch alles wesentlich hinderlicher aus, als es tatsächlich ist.
Abseits der Bühne hatten sich übrigens auch noch ein paar Taiko-Trommler in Wassernähe platziert, um dort wortwörtlich auf die Pauke zu hauen. Leider war meine Zuschauerposition ein wenig unglücklich, weswegen ich keine ordentlichen Bilder davon machen konnte, aber zumindest klang der Auftritt ziemlich gut. Und laut. Seeeehr laut.
Doch was wäre eine Veranstaltung über japanische Kultur ohne die Horden von kostümierten Leuten? Richtig, nicht vollständig. So haben sich zahlreiche Cosplayer versammelt, um genau diese Lücke zu füllen. Und mit "zahlreich" meine ich "egal wo man hinschaut, man hat mindestens einen Cosplayer im Blick". Meine persönlichen Favoriten waren hierbei der links zu sehende, der sich als Apollo Justice aus dem gleichnamigen Spiel der "Ace Attorney"-Reihe verkleidet hat, ein wirklich überzeugend dargestellter L (komplett mit riesigem Lutscher) und ein gelungenes Kostüm des Todesgottes Ryuk aus "Death Note". Wer besonders viele Cosplayer auf einmal im Blick haben wollte, hatte genau drei Punkte zur Auswahl: Zum einen boten die beiden Wiesen an den Enden des Veranstaltungsgebietes Platz für zahlreiche Leute, die eine Pause nötig hatten.
Einen nicht zu verachtenden Jackpot in der Abteilung "Massen von Kostümen" konnte man aber auch im Zentrum des Events finden. Direkt in Nähe der beiden Bühne hatte die verkleidete Armee nämlich eine große Treppe für sich erobern können, wo sie sich ausgeruht und mit anderen Cosplayern unterhalten haben. Natürlich standen sie auch jederzeit für Fotos bereit - inklusive passender Pose. Dass dabei schon mal ganz ungewöhnliche Charakterkombinationen rauskommen können, die eventuell Inspiration für gewagte Cross-Over-Fanfiction liefern können (Saya-Man aus "Dragon Ball Z" und Ryuk aus "Death Note" wären zum Beispiel eine interessante Combo... Vielleicht), versteht sich natürlich von selbst. Aber sie hatten offensichtlich reichlich Spaß und das ist natürlich das Wichtigste bei derartigen Aktionen.
Auch wenn's natürlich eine schöne Erfahrung war: Insgesamt war der Japan-Tag leider nicht so wirklich etwas für mich. Es hat schon einen Grund, warum ich jetzt nicht auf die einzelnen Buden eingegangen bin - sie haben mein Interesse irgendwie nicht wecken können. Die meiste Zeit habe ich bei den beiden Bühnen verbracht (und festgestellt, dass ich auch eher traditionell angehauchter japanischer Musik gegenüber gar nicht mal so abgeneigt bin), ansonsten bin ich nur durch die schieren Menschenmassen geschlichen. Das abschließende Feuerwerk um 23 Uhr konnten wir übrigens leider nicht mehr live sehen - unsere Fahrer für den Tag hatten keine Lust auf einen Mitternachtstrip zurück nach Hannover. Irgendwo verständlich. Wenigstens haben wir es noch rechtzeitig zur TV-Übertragung nach Hause geschafft. Und Kollege Sandwhale, der ebenfalls vor Ort war, hat mir noch ein paar Fotos versprochen.
Was ich hingegen euch versprechen kann ist noch ein kleiner Rundgang in Videoform. Über eine halbe Stunde bin ich vom einen Ende des Gebiets zum anderen gewandert und habe aufgenommen, was auch immer mir vor die Linse lief. Das schließt ein: Ein paar der nicht erwähnten Buden, das Bogenschießen, Szenen vom Bühnenprogramm und natürlich zahlreiche Cosplayer. Bis ich das Material jedoch fertig bearbeitet habe, dürfte noch ein wenig Zeit vergehen. Freut euch aber schon mal auf die Wackelkamera-Action.


