Spoiler Time: Heimvorteil
"Yu-Gi-Oh!" gehörte eigentlich noch nie zu den sinnvollsten Animes der Welt. Wenn man das Konzept auf das nötigste reduziert, kommt man auf ein paar Kinder, die ein Sammelkartenspiel spielen, dessen Ausgang die Zukunft der Welt beeinflusst. Oh, und natürlich sind die großen bösen Jungs auch alle begeisterte Kartenspieler und geben brav auf, sobald der Hauptcharakter und Held sie in einem "Duell" geschlagen hat.
Wenn man die erste mehrstaffelige Serie mal so betrachtet, wirkt das Konzept von "Yu-Gi-Oh! 5D's" doch gar nicht mehr so absurd. Es geht mal wieder um die Weltenrettung; dieses Mal sind fünf Auserwählte dafür verantwortlich, die durch ein spezielles Tatoo Mal gekennzeichnet sind. Und der neueste Hit im Kartenspiel-Kosmos sind Turbo-Duelle: Kartenspiele, die auf einem Motorrad gezockt werden. Well, it's the future, I guess...
Doch genug des Vorworts, hier geht es jetzt um das dazugehörige DS-Lizenzspiel "Yu-Gi-Oh! 5D's Stardust Accelerator - World Championship 2009", welches eine spezielle Situation bot, die mir besonders gefallen hat.
Der Story-Modus von "Stardust Accelerator" orientiert sich an der Anime-Vorlage. Technisch gesehen spielt alles parallel zu den Ereignissen der Serie, nur sind manche Events insofern verändert worden, dass nicht Yusei (der eigentliche Hauptcharakter) in Aktion tritt, sondern stattdessen der Spieler die Drecksarbeit übernimmt.
So kommt es dann auch, dass man beim Übergang von den Slums in die große schöne Stadt von New Domino City mal eben so festgenommen und in den Knast geworfen wird. An dieser Stelle verliert man sein bisheriges Deck und muss mindestens zwei Duelle mit vom Spiel gestellten Kartenstapeln ausfechten.
Wie Yusei im Anime auch macht der Spieler in der Anstalt zuerst Bekanntschaft mit dem großen Obermacker unter den schlimmen Fingern, Bolt Tanner (der sich übrigens im Nachhinein als Good Guy herausstellt). Ebenfalls an Bord ist Yanagi, ein etwas verrückt anmutender alter Kauz mit einem nicht minder seltsamen Deck. An dieser Stelle unterscheiden sich Anime und Spiel etwas: Yanagi bekommt zum Beispiel kein eigenes Charaktermodell spendiert, sondern erscheint lediglich als farblich angepasste Fassung der Nebenfigur Larry. Viel wichtiger ist jedoch das Deck, das man - wie eben auch Yusei in der Vorlage - von Yanagi zugesteckt bekommt.
Wer den Anime verfolgt hat, der weiß, dass Yanagis Deck ein wenig speziell ist. Die Karten, welche übrigens für verschiedene Relikte wie etwa Stonehenge oder den Kristallschädel stehen, sind in den falschen Händen nur bedingt spielbar und ich bin mir nicht mal sicher, ob Konami die Teile wirklich in die Booster-Pack-Verteilung eingebunden hat - sprich: dass es sie wirklich gibt. Und wenn, dann stellen sie wohl eher den schwarzen Peter unter den Booster-Inhalten dar. Doch kann man dem Spieler so etwas zumuten? Das Spiel muss schließlich lösbar bleiben, das "Antike Schatz-Deck" sollte nach Möglichkeit jedoch weiterhin bestehen. Was nun?
Konami hat eine Lösung gefunden. Eine ziemlich clevere, wie ich finde. Nach wie vor heißt das Deck "Antikes Schatz-Deck". Darin befinden sich aber keine Kristallschädel oder ähnliches...
...sondern hauptsächlich Karten aus dem allerersten "Yu-Gi-Oh!"-Satz.
Bis hierhin hatte ich schlimmes befürchtet. Schon zuvor hat jedes Duell eigentlich damit begonnen, dass ich erst einmal die ewig langen Effekttexte der ganzen neuen Karten durchpauke. Und da neuerdings so ziemlich jede Karte einen Effekttext hat und die normalen Monster mit einer schnöden Beschreibung des Viechs so gut wie ausgestorben scheinen, hatte ich immer seeeeehr viel zu lesen. Dann bin ich jetzt auch noch das Deck los gewesen, an das ich mich so langsam gewöhnt hatte.
In diesem einen Duell jedoch hatte ich endlich einen Vorteil als jemand, der das Kartenspiel lediglich zu Beginn wirklich aktiv verfolgt und gespielt hat. Ich kenne noch den guten alten "Blauäugigen Weißen Drachen" (habe sogar noch drei von ihnen in meinem richtigen Deck), den "Dunklen Magier", "Herbeigerufenen Totenkopf"... Endlich fühlte ich mich wieder wie Zuhause. Ich konnte ohne großes Gelese sofort anfangen zu spielen.
Natürlich sind auch ein paar neuere Karten mit an Bord gewesen. "Geburtsrecht" zum Beispiel. Diese im Speziellen war allerdings bereits in meinem Ingame-Startdeck vertreten, sodass ich ihren Sinn und Zweck schon zu genüge kannte. Doch die "Antiken Schätze" überwogen - dass ich bei "Yu-Gi-Oh! 5D's" mit einem Deck antreten darf, welches fast vollständig aus mir bereits bekannten Karten besteht, habe ich nicht erwartet.
Danke dafür, Konami. Auch wenn ihr mal wieder zahlreiche Übersetzungsfehler hineingeschmuggelt habt ("Was willst du tun? Bataille – Non merci") und das Spiel mittlerweile für Einsteiger die reinste Texthölle sein muss, so habt ihr es doch zumindest geschafft, dass ich einen kleinen Moment der Zugehörigkeit erleben durfte.
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Miroque (16.8.09 09:16) Ach ja, die guten alten Yugi-Spiele für DS... Bin ganz froh, dass ich mich nicht um den Stardust Accelerator gerisssen hab, sonst käme ich vom Modul wahrscheinlich nicht los. ^^ Wie weit bist du eigentlich? Und wie gefallen dir die Synchro-Beschwörungen? |
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Alanar / Website (16.8.09 11:02) @Miroque: Wenn's nach der ersten Staffel des Animes geht, bin ich in etwa halb durch mit der Story. Und was die Synchro-Beschwörungen angeht: Nette Sache, nur vergesse ich die in aller Regelmäßigkeit. Kostet mich auch nicht selten dann den Sieg.^^" |


