Spoiler Time: Freischwimmer
OH MEIN GOTT, ES IST EIN ZUG! Ja, der Held der "The Legend of Zelda"-Reihe ist im neuen DS-Teil "Spirit Tracks" tatsächlich in einer Dampflok unterwegs. Irgendwie traut Nintendo den DS-Zockern wohl das Bewältigen einer frei begehbaren Oberwelt nicht so ganz zu. Schade drum, aber was soll's. Die Zugfahrten machen wenigstens über weite Teile Spaß und arten nur ganz zu Beginn und so ziemlich gen Ende in Langeweile aus. Das soll jedoch nicht das Thema des Eintrags sein.
Es geht eher um eine vollkommen andere Stelle im Spiel. Gut, der Zug hat damit schon ein wenig zu tun, aber der Fokus liegt eindeutig auf der Atmosphöre an einem bestimmten Punkt in "Spirit Tracks". Der Moment geschieht auf dem Weg zum dritten Tempel und sollte euch die Überschrift nicht gewarnt haben, noch einmal zur Sicherheit: Es folgen Spoiler!
Nachdem im Vorgänger "Phantom Hourglass" noch die Meere erkundet werden durften, setzt "Spirit Tracks" Link wieder am Land ab. Das bleibt auch weitestgesehend so, bis das dritte Areal freigelegt wird. Hierbei handelt es sich um nichts geringeres als das Meer. Erinnerungen an "Wind Waker" und "Phantom Hourglass" werden wach.
Vor allem, wenn man dann auch noch über die göttlichen Schienen (ohne Witz, das Schienennetz des Spiels ist von Göttern entworfen worden - auch wenn eher zufällig) fährt, die auf dem Meer gelegen sind. Auch Piraten melden sich hin und wieder zu Wort. Das schöne Blau des Wasser stellt einen schönen Kontrast zu den grünen Wiesen und den verschneiten Bergen der vorherigen Gebiete dar. Man genießt schon irgendwie die Meeres-Atmosphäre.
Doch sobald man die Schienen zum eigentlichen Tempel, der Hauptattraktion der Reise, freigelegt hat, kommt plötzlich ein interessanter Twist ins Spiel. Besagter Tempel ist nämlich im Meer versunken, an der Oberfläche sieht man nur die Spitze. Wie man nun runter kommt? Link ist zum Nichtschwimmer mutiert, Tauchen steht also außer Frage. Es gibt auch keine Möglichkeit, den Meeresspiegel zu senken. Ein kleines vorgekautes Rätsel später folgt die Antwort: Ein kleines Tor öffnet sich mitten im Meer. Wir fahren hinein...
...und finden uns wenig später unter dem Meeresspiegel wieder. Auch hier gibt es ein Schienennetz und es führt direkt zum gesuchten Tempel.
Ein Glück, dass Link gerade im Zug der Götter sitzt. Ohne diesen würde er wahrscheinlich da unten an Sauerstoffmangel elendig verenden. Aber ganz im Ernst: Über diese kleine Logiklücke habe ich zu dem Zeitpunkt gar nicht nachgedacht. Ich war schlichtweg von dem Anblick fasziniert, den die Welt unter Wasser mir bot. Es ist eigentlich eine extrem simple Szene und so unglaublich viel ist da auch gar nicht los. Ein paar Feinde erheben sich aus der Tiefe, hin und wieder folgt ein Schwarm Fische der Lok und das war es im Prinzip schon. Aber dennoch hat mich irgendwas hier richtig packen können.
Vielleicht war es die Erinnerungen an den Mittelteil von "Wind Waker"? Auch dort findet eine Reise in die Welt unter dem Meer statt. Wobei das wohl wesentlich interessanter war. Nichtsdestotrotz stellt die Unterwasser-Fahrt für mich den Punkt in "The Legend of Zelda: Spirit Tracks" dar, mit dem mich das Spiel endgültig für sich gewinnen konnte. Es ist schlichtweg eine schöne kleine Szene, die leider viel zu kurz dauert.


