Spoiler Time: MANATEEEEEE!!!
Dem großen Steam-Ausverkauf sei Dank (oder auch nicht, aus rein finanzieller Sicht) konnte ich mir nun endlich die fehlenden "Tales of Monkey Island"-Episoden ins Haus holen, gerade noch rechtzeitig für diese eine Liste, die ich zusammengestellt hatte. Dass mir die Kapitel durchweg gefallen haben, dürfte außer Frage stehen. Doch es gibt so ein paar Dinge, die stechen da etwas heraus. So ein ganz besonderer Moment im dritten Kapitel, "Lair of the Leviathan".
Natürlich befinden wir uns hier im SPOILER!!!-Territorium.
"Tales of Monkey Island" legt gleich mit dem Intro von Kapitel 1 einen starken Start hin. Doch trotz einiger intelligenter Puzzles (De Singes Labor!) fehlten sowohl dieser als auch der zweiten Episode etwas. Ein Dialogrätsel, wie es zum Beispiel das Beleidigungsfechten in der Serienvergangenheit war. Natürlich ist es kein K.O.-Kriterium, irgendwas in der Richtung habe ich aber schon erwartet.
Und so habe ich mich durch "Lair of the Leviathan" gerätselt, bin dem Seekuh-Magen entronnen und begab mich weiter auf die Suche nach dem Esponja Grande. Der angebliche Fundort des Schwamms lag geradezu vor mir, blockiert von irgendeinem ungeheuer großen Monster. Weiß Gott, wie er das getan hat, aber Guybrush hatte auf seiner Flucht das Ungetüm als Seekuh-Weibchen identifiziert. Und dieses Weibchen scheint in Tötungslaune zu sein.
Über ein kleines Rätsel habe ich dann Guybrush die Seekuh-Sprache beibringen müssen. Nicht aber, um mit dem gigantischen Wesen selbst zu kommunizieren, sondern mit dem Tier, das mich zuvor verschlungen hat und zufälligerweise auch an diesem Ort abhängt. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um ein Männchen, welches sich mit dem Monster aus der Höhle paaren möchte, aber nicht den Mut dazu hat.
Ein paar weitere Umwege verleihen Herr Threepwood die Möglichkeit, mit dem liebeskranken Tier zu reden. Und hier beginnt mein Lieblingsmoment von "Lair of the Leviathan" und "Tales of Monkey Island" an sich.
Man spielt Mäuschen für die männliche Seekuh und flirtet stellvertretend mit der gefährlichen Dame. Doch die Sache hat einen Haken: Das Übersetzungsgerät, welches Guybrush zur Konversation nutzt, ist vom Wortschatz her limitiert.
Und so muss man nun versuchen, auf die verschiedenen Phrasen des Weibchens eine passende Antwort zu finden.
Manchmal ist die Lösung offensichtlich, häufig jedoch muss man ziemlich um die Ecke denken. Erinnert ein wenig daran, wie man in "Secret" und "Curse of Monkey Island" erst lang und breit die verschiedenen Beleidigungen lernt, nur um sie dann in einem völlig neuen Kontext gegen den "Boss" einzusetzen. Auch wenn "Tales" die Sammel- und Grundkontext-Phase überspringt und direkt zur Boss-Begegnung kommt.
Das war so ziemlich der Punkt, an dem mich "Tales of Monkey Island" endgültig gepackt hat. Doch dann kam Kapitel 4... Was wiederum eine andere Geschichte ist, auf die ich sicherlich auch noch einmal zurückkommen werde.


