Urlaubszeit - Zockerzeit


Zwei Wochen voller Ruhe, ohne jegliche Pflichten oder sonstige Aktivitäten. Ideale Bedingungen, um mich mal ein wenig durch mein Spieleregal zu zocken. Im Laufe der Zeit sind da schließlich einige Titel angestaubt, die ich bis heute nicht zu einem Abschluss bringen konnte. Wie viele das waren, ist meinem Bruder und mir an der schieren Menge an Discs, DS-Karten und UMDs aufgefallen, die in meiner Tasche gelandet sind (der werte Azure aber stets sein halbes DS-Regal mit sich schleppt, ist irrelevant...). Und natürlich, wie so üblich, habe ich nur einen minimalen Prozentsatz davon auch wirklich gezockt. Kein "Disgaea 2", kein "Tales of Symphonia 2". Stattdessen so einiges anderes, auf das ich im Folgenden ein wenig eingehen möchte.

Welch bessere Methode gibt es, seinen Urlaub zu beginnen, als mit ein bisschen Gehirn-Jogging? Nein, nicht mit Dr. Kawashima. Viel lieber mit "Professor Layton und die Schatulle der Pandora". Dessen Vorgänger hatte ich 2008 auf meine Liste der Spiele des Jahres 2008 gepackt. Grund genug, mich endlich mal an die Halbzeit der Trilogie zu wagen. Zumindest für die zwei Tage, die ich bis zum Abschluss der Story gebraucht habe. Wie auch schon bei "Das geheimnisvolle Dorf" faszinierte mich bei "Die Schatulle der Pandora" die erschreckend gut nachvollziehbare Auflösung der Geschichte - und angesichts der ziemlich abgefahrenen Ereignisse sagt das einiges aus! Gut, der ein oder andere Plot-Twist ist mehr als offensichtlich und diese verdammten Schiebepuzzles können mir kolektiv den Buckel runter rutschen, doch die ganzen Trick-Rätsel und Knobeleien sind immer noch die temporäre Schiebe-Qual wert. Und die nun deutsche Sprachausgabe? Geht in Ordnung, wenn man mich fragt. Definitiv ein würdiger Nachfolger von "Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf". Ich freue mich bereits auf den dritten Teil.

Als nächstes? Naja, mit "Final Fantasy XIII" daheim habe ich mich mit dem nächstbesten Titel der Reihe beschäftigt: "Final Fantasy VIII" auf der PSP. Dieses Mal wollte ich mein zweitliebstes "Final Fantasy" endlich mal durchspielen. Lasst es mich so ausdrücken... Hat nicht ganz geklappt. Aber immerhin habe ich es sehr weit geschafft, stehe quasi auf der Türschwelle des letzten Bosses. Und wenn man bedenkt, dass ich nach der kleinen Savegamge-Panne vor zig Jahren, bei der mein Spielstand vom Ende der dritten Disc hops gegangen ist, nie wieder über CD 1 hinausgezockt habe, will das schon was heißen. Anders als "Final Fantasy VII" hatte Teil 8 aber leider keine Chance dazu, mich mit vergessenen Plot-Twists zu überraschen. Was zum Teil auch daran lag, dass ich einen gewissen Verriss mit wachsender Begeisterung rauf- und runtergeschaut habe. Das hat aber nichts an meiner Faszination für das Spiel geändert. Zwar hatte ich das Spiel wesentlich größer von der Oberwelt her in Erinnerung (vielleicht habe ich auch einfach ein paar versteckte Orte übersehen, wer weiß), dann wiederum habe ich mich auch mehr oder minder gradlinig durch die Story geboxt - die gelegentliche Draw-Pause mal abgesehen.

Denn das ist eine schöne Sache bei "Final Fantasy VIII": Ist man wahnsinnig und geduldig genug, kann man sich dank des Kopplungssystems, bei dem die eigenen Charakterwerte von der Art und Menge des verbundenen Zauberspruchs abhängen, sehr früh recht kräftig machen. Und da die Gegner mitleveln und auf niedriger Stufe einfacher sind als auf höherer, lohnt sich auch die frühe Ausbildung der "Gegner 0%"-Fähigkeit der fiesen Guardian Force Diabolos. In welchem anderen Rollenspiel mit einer Levelgrenze nahe des dreistelligen Bereichs kann man sich denn sonst erfolgreich mit Level 25 im letzten Gebiet aufhalten? Mir fällt da spontan keines ein. Bei "Final Fantasy VIII" geht das mit ein wenig Geschick.



Warum ich das Spiel nun nicht durch habe? Naja, die Bosse in Artemisias Schloss setzen mir ziemlich zu. Nur zwei dort habe ich bisher plätten können. Und angesichts der nächsten Anschaffung habe ich "FFVIII" auch bis auf weiteres zur Seite gelegt. Aber irgendwann... Irgendwann sehe ich den Abspann. Wo ich doch schon so nah am Ziel bin.

Was war da nun, das mich von "Final Fantasy VIII" abgelenkt hat? Nichts anderes als "Pokémon Silberne Edition - SoulSilver", das Spiel mit dem absurd dämlichen Titel, welches bei mir zu einem erneuten Ausbruch des Pokémon-Fiebers im letzten Jahr geführt hat. Wie bei so vielen anderen "Pokémon"-Zockern stellt nämlich die zweite "Pokémon"-Generation meine Lieblings-Generation dar. Kann ich mir da das grafisch aufgepeppte Remake entgehen lassen? Mitnichten! Und das ist auch gut so, denn das Spiel hat nichts von seinem ursprünglichen Reiz verloren.

Wie es halt mit Remakes ist, schwelgt man dabei gerne in Erinnerungen an das Original. Man erfreut sich im Falle "SoulSilver" an all den grafischen Details, die die Ortschaften erfahren haben. Die Umgebungen erstrahlen nun im simplen, aber dennoch nett anzuschauenden 3D und jede Stadt hat ihren eigenen Stil. Großstadt Dukatia City besteht dabei hauptsächlich aus nah zusammenstehenden Hochhäusern, während das eher traditionelle Örtchen Teak City Bauten im altjapanischen Stil beherbergt. Und die Arenen in den Städten? Sollte mich meine Erinnerung nicht trügen, sind sie nahezu alle komplett umgestaltet worden. Zumindest in Johto, die Kanto-Arenen sind, sollte ich mich nicht täuschen, weitestgehend unverändert.



Was mich überrascht hat (und damit auch, wie zu erwarten, ein Remake der Kristall-Edition ausschließt): Der eigentlich recht kompakte, neue Story-Strang aus "Pokémon Kristall" ist mit im Remake gelandet. Das heißt, man bekommt es auch hier mit einem Trainer zu tun, der das Pokémon Suicune jagt und um selbst an das Vieh ranzukommen, gilt es, eine Reihe von Begegnungen mit dem Jäger zu überstehen. Wobei ich fest der Meinung bin, dass die Handlungsebene ursprünglich bereits in Johto abgeschlossen wurde... In "SoulSilver" geht sie auch in Kanto weiter. Apropos Kanto: Es ist erfreulich, dass Nintendo auch hier die Rückkehr zum Spielplatz der ersten "Pokémon"-Generation eingebaut hat - auch wenn es auf dem GBA bereits ein Remake dazu gibt. Und auch hier hat sich optisch einiges getan. Die "HeartGold"/"SoulSilver"-Version des Kampfthemas hat dann für den Rest gesorgt.

Nun gut, nach etwa 35 Stunden nenne ich bereits 10 Orden wieder mein Eigen und ich bin noch motiviert genug, auch die restlichen zu sammeln. Wann es so weit ist? Wird sich zeigen. Hängt auch davon ab, wieviel Zeit ich mit Minigames wie dem recht unterhaltsamen Pokéathlon verschleuder. Ich kann aber eine generelle Empfehlung für "Pokémon SoulSilver" (und damit auch "HeartGold") aussprechen - sofern man sich vielleicht noch ein wenig für das gute alte "Pokémon"-Gameplay begeistern kann.

Weitaus weniger gut gefallen hat mir hingegen ein anderes DS-RPG, auf das ich mich zumindest teilweise gefreut habe. "Mario & Luigi: Bowser's Inside Story" hatte ich mir nach Weihnachten zugelegt, bisher allerdings nicht durchgespielt gehabt. Bis vor ein paar Tagen zumindest. Und auch wenn es meiner Ansicht nach um einiges besser ist als "Partners in Time" (hey, es verschleudert wenigstens das Potential des Grundkonzepts nicht), an "Superstar Saga" kommt es auch nicht heran.



Das hat mehrere Gründe. Irgendwie gefällt mir zum Beispiel die extrem hohe Minispieldichte nicht. Kaum ein Ausflug vergeht ohne eine Hand voll Kurzaufgaben. Das wäre prinzipiell nicht so tragisch, wenn sich diese nicht ständig wiederholen würden. Speziell das Minigame in Bowsers Nase, wo man Pollen in gewisse Richtungen stoßen muss, um die Riesenechse zum Niesen zu bringen, ging mir bereits bei Runde 1 auf den Keks. Vielen Dank, Spiel, dass ich das selbe Minispiel innerhalb der nächsten halben Stunde noch zwei weitere Male absolvieren durfte! Auch das Rhythmus-Spielchen im Arm, wo man mit dem richtigen Timing Energiekugeln schlagen muss, nervt im fortschreitenden Spielverlauf. Aber nur aufgrund der Länge, eigentlich ist es ganz okay. Und zum Glück vergisst "Bowser's Inside Story" es gegen Ende komplett.

Etwas, was mir bei "Superstar Saga" ganz gut gefallen hat, war die generelle Kürze der Kämpfe. Sie waren wirklich eher Geschicklichkeitsprüfungen, kein Ausdauer-Test. Das hatte sich bereits in "Partners in Time", vor allem bei Bossen, leider geändert. Die Bowser-Abschnitte im dritten Teil setzen den Trend zu meinem Pech leider fort. Dabei ist die HP-Stärke der Feinde nicht einmal das Problem. Bowser teilt auch selbst mächtig aus, macht also fix Kleinholz aus den Häschern. Nein, das wahre Problem sind die unglaublich langen Angriffsanimationen vieler Gegner - zumeist auch noch Angriffe, die man lediglich abwehren kann, ohne Kontermöglichkeit. Das zieht die Gefechte meiner Ansicht nach nur unnötig in die Länge.

Wenigstens stimmt sonst eigentlich alles, was stimmen sollte. Es gibt ein paar nette kleine Nebenaufgaben, der Humor passt und die Geschichte weiß zu unterhalten. Dennoch schade, dass zumindest ich mich schon wieder über solche Kleinigkeiten ärgern muss, die mir das Spiel insgesamt ein wenig vermiesen.



Was war da sonst noch? Ach ja, "Phoenix Wright: Ace Attorney", das ich mir in geistiger Umnachtung kurz vor Urlaubsantritt über WiiWare angeschafft habe. Warum eigentlich? Ich nenne schließlich bereits die gesamte DS-Reihe mein Eigen. Vielleicht, weil ich Capcom zeigen möchte, dass durchaus Interesse an den Titeln hier besteht. Vielleicht aber auch, weil ich einfach neugierig darüber war, wie der zweite Port sich im Vergleich zur DS-Umsetzung schlägt.

Enttäuschung Nummer 1: Das Spiel ist nicht vollständig. Die fünfte Episode der DS-Vorlage fehlt und muss (wenn sie mal erhältlich ist) mit 100 zusätzlichen Wii Points nachgekauft werden. Wenigstens ist der Preis human... Enttäuschung 2: Man hat aber auch wirklich gar nichts getan, um das Spiel an den großen Bildschirm anzupassen. Okay, das ganze Interface passt nun auf einen der beiden virtuellen DS-Bildschirme. Aber zumindest ein kleines grafisches Update wäre nett gewesen.

Insgesamt jedoch kann man eigentlich nicht meckern. Mit etwa 15 Stunden Spielzeit zählt "Ace Attorney" zu den umfangreicheren WiiWare-Downloads, die Story mit ihren teils absurden Wendungen hat es immer noch in sich und bei einem Preis von 10 Euro pro "Ace Attorney"-Teil können DS-lose Zocker eigentlich nicht meckern. Irgendwie angetan hat es mir persönlich übrigens das "Einspruch"-Rufen per Wii-Remote-Geste. Wii-Besitzer ohne DS (gibt es sowas eigentlich?) können bedenkenlos zuschlagen.

Tja, und dann war der Urlaub auch schon wieder vorbei. Schade eigentlich, es gibt nämlich immer noch so einiges, womit ich mich gerne ausführlicher beschäftigt hätte. Aber der Ernst des Lebens holt einen leider immer wieder auf's Neue ein...

6.4.10 11:38

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


TheUncannyRedFerret (8.4.10 18:02)
Tja, ich war mal ein Wii-Besitzer ohne DS- geschlagene 4 Monate.



TheUncannyRedFerret (8.4.10 18:04)
Ach ja, Gut das du dein Blog reanimiert hast,
was sollten sont die 41.111 Leser nur ohne dich tun...
http://bizinformation.org/de/www.alanar.myblog.de


Alanar / Website (9.4.10 14:16)
@TheUncannyRedFerret (Unter die X-Men gegangen? :D): Noch sollten wir nicht zu früh feiern. Hoffen wir ersteinmal, dass die Reanimation auch wirklich wirkt.

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