Spiele des Jahres 2010 - Platz 5

Es mag hier nicht mehr allzu viel los sein, doch eine meiner Traditionen möchte ich dennoch weiterhin fortführen: Die alljährliche Auslese meiner persönlichen Spiele des Jahres. So wirklich leicht fiel mir die Wahl nicht. Dafür gab es wieder dezent zuviel, als dass ich mich schnell auf fünf beste Titel einigen konnte. Nach ewigem Überlegen (und vielleicht auch ein paar Münzwürfen) entstand aber dennoch eine kleine Top 5. Und heute, zum zweiten Weihnachtstag, beginnen wir meinen kleinen Countdown. Da wir uns das Beste sprichwortgemäß zum Schluss aufheben, kommt erst einmal Platz 5. Der da wäre...

Während die Geschichte um Solid Snake mit „Metal Gear Solid 4“ ihren Abschluss fand, hat Hideo Kojima irgendwo noch Platz für eine Story um seinen Papa Naked Snake aka Big Boss gefunden. Anstatt dieses aber auf die PS3 zu bringen, muss sich der Dschungel-Schleicher mit der PSP als Plattform zufrieden geben. Aber hey, das hat auch etwas gutes: So nämlich konnte ich immerhin sehr viel Spaß mit „Metal Gear Solid: Peace Walker“ haben.
Wobei das Handheld-Format natürlich auch seinen Tribut fordert. Anstatt den Spieler konsequent durch die Handlung zu treiben, ist diese nun in zahlreiche kleine Missionen aufgespalten. Aber hey, das hat auch seine guten Seiten. Zum Einen bedeutet dies, dass es Platz für unzählige Nebenmissionen gibt. Und ja, es sind wirklich extrem viele zusätzliche Aufträge auf der UMD. Zum Anderen macht die Missionsstruktur das wohl größte Feature des Spiels einfacher nutzbar: Der Koop-Modus.
Anstatt stets solo durch die Gebiete zu schleichen, kann man praktisch jederzeit auch einen Partner mit an Bord holen und die Aufträge gemeinsam angehen. Bei Bossfights können sogar bis zu vier Spieler zusammenarbeiten. Bitter nötig, denn die Bosse sind gigantisch – sind schließlich auch alles große Kampfmaschinen.
Das ist vielleicht auch das einzige Manko für mich: Es gibt menschliche Feinde, ja. Doch wo Psycho Mantis, The End und Vamp noch persönlich gekämpft haben, lässt Coldman seine Maschinen sprechen. Ein wenig schade, dafür sind die Gefechte mit den Chefgegnern jedoch ohne Zweifel bombastisch – gerade die gegen Ende des Spiels.
Und auch sonst ist das Spiel geradezu mit kleinen Details zugepflastert. Wer sich die Zeit nimmt, sämtliche Dialoge zwischen Snake und seinen Kollegen im Briefing durchzugehen, findet einige kleine Randgags und sogar Bonus-Aufträge, in denen man zwei Bestien aus Capcoms „Monster Hunter“-Reihe jagen darf. Besonders gefallen hat mir die Szene, in der man nach einem bestimmten Truck suchen muss. Die eigentlich unwichtigen Trucks sollte man hierbei definitiv auch untersuchen (Stichwort: „Sunlight!“).
Wo „Portable Ops“ mit einem nervigen Truppenrekrutierungsfeature (ist auch in „Peace Walker“ drin, allerdings wesentlich angenehmer umgesetzt) und einer stark gewöhnungsbedürftigen Steuerung störte, fährt „Peace Walker“ mit einer starken Handlung, verbesserten Kontrolle, massiven Umfang und einem lohnenswerten Koop-Modus richtig schwere Geschütze auf. Ein würdiges „Metal Gear Solid“-Spiel und ein verdienter Platz 5 in meiner Liste der Spiele des Jahres 2010.
Morgen geht es dann weiter mit Position 4, wo sich ein ganzer Haufen illusterer Gestalten rumtreibt.


