Spiele des Jahres 2010 - Was sonst noch war


Es kann immer nur einen Sieger geben - auch wenn man uns mancherort etwas von wegen "zweiter Sieger" oder ähnlichem erzählen möchte. Doch abseits meiner Top 5 gibt es trotzdem noch einen ganzen Stapel Spiele, die ich für diese Liste in Erwägung gezogen habe, letztenendes aber doch nicht so ganz den Sprung geschafft haben. Dennoch wollen diese Titel nicht vergessen werden und deswegen gibt es einen kompakten Sammelartikel für das ganze Pack, bevor wir uns morgen meinem Sieger des Jahres widmen.

Doch zuvor noch einmal in Video-Form die Plätze 2 bis 5.


Nintendo DS:

Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth

Endlich mal das Geschehen im Gericht von der anderen Seite aus sehen! Ha, dachten wir uns. „Ace Attorney Investigations“ hat zwar den Staatsanwalt und Phoenix' Rivalen Miles Edgeworth als Protagonisten, aber das Gameplay wurde dezent an die frische Luft verschoben – bzw. außerhalb des Gerichtssaals. Doch das Konzept ging auf und auch wenn sich der letzte Fall gegen Ende ein wenig zu sehr zieht, bietet Edgeworths erstes eigenes Abenteuer genug Spannung und Unterhaltung für „Ace Attorney“-Freunde und Quereinsteiger. Sollte man sich auf jeden Fall mal näher anschauen.

Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

Die Eindrücke zu diesem Titel waren ja eher gemischt. Viele regten sich über die schwache Handlung mit der seelenlosen Spielergruppe und den niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrad auf. So wirklich leicht empfand ich persönlich „Dragon Quest IX“ jedoch nicht. Gerade die letzten paar Bosse verlangen einiges an Grind-Vorbereitungen. Was die Geschichte anbelangt: Die dreht sich hier mehr um die Welt, die man erforscht, als um die eigenen Helden. Die kleinen Story-Happen haben mich jedoch stets bei der Stange gehalten und nie gelangweilt. Ein lohnenswertes und vor allem verdammt umfangreiches (nach Abschluss der Story warten noch unzählige Bonus-Dungeons) Rollenspiel-Abenteuer für J-RPG-Freunde.

Pokémon Silberne Edition – SoulSilver

Es ist offiziell, das Pokémon-Fieber hat mich wieder gepackt. Schuld daran ist einzig und allein dieses gelungene Remake. Obwohl das immerhin 10 Jahre alte Spiel durchaus ein paar Alterserscheinungen zeigt – etwa eine quasi nicht existente Handlung – motiviert es dennoch mit dem gewohnt suchterregenden Spielprinzip. Außerdem scheint Entwickler Game Freak zumindest in den Umgebungen langsam die 3D-Kapazitäten des DS richtig zu nutzen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Schwarze und Weiße Edition. Nach „Pokémon SoulSilver“ freue ich mich sogar richtig darauf.

Puzzle Quest 2

Eine Woche. Eine Woche hat es gedauert, bis ich „Puzzle Quest 2“ durch und damit wieder Gedanken für etwas anderes hatte. In dieser einen Woche habe ich nur vor meinem DS geklebt und Steinchen verschoben bis zum bitteren Ende. Das hat keines der zahlreichen Spin-Offs seit dem ersten „Puzzle Quest“ geschafft. Dies soll gleichzeitig ein Wort der Warnung als auch eine uneingeschränkte Empfehlung sein: Holt euch „Puzzle Quest 2“, stellt aber vorher sicher, dass ihr in der unmittelbaren Zukunft absolut nichts anderes vorhabt.

Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon

Die deutsche Version ist eine Katastrophe, das Spiel dahinter zum Glück so gut wie der Vorgänger. Wie ich insgesamt zu der „Harvest Moon“-Reihe stehe, habe ich in einem wesentlich längeren Eintrag bereits erläutert. Darin habe ich auch erwähnt, dass „Rune Factory“ für mich zum großen Hoffnungsträger geworden ist. Der zweite Teil steht dem in nichts nach und macht sogar das eigene Kind zum spielbaren Protagonisten. Storymäßig zwar immer noch leichtfüßig, dafür macht die Mischung aus Dungeon Crawler und Farmsimulation nach wie vor süchtig.

Shin Megami Tensei: Strange Journey

Hier mal ein kleiner Tipp für die Import-Zocker. Wer mit den späteren „Shin Megami Tensei“-Titeln eingestiegen ist, wird sich zwar bei „Strange Journey“ anfangs etwas fehl am Platz fühlen – handelt es sich hierbei doch um einen First-Person-Dungeon-Crawler, wie ihn der DS zum Beispiel mit „Etrian Odyssey“ oder „The Dark Spire“ gesehen hat – doch sobald der Funke übergesprungen ist, fesselt die Expedition in die Schwarzwelt ungemein. Dafür sorgt ein großer Katalog von rekrutierbaren Dämonen sowie ein gewohnt knackiger Schwierigkeitsgrad. Schade nur, dass das Spiel wohl nie Europa erreichen wird.

Sonic Colours

Na sieh mal einer an, ein neues „Sonic Rush“! Es mag zwar nicht mehr den selben Namen halten, spielt sich aber noch ganz wie seine geistigen Vorgänger. Und das ist auch gut so, denn obwohl das Jump'n Run verflixt kurz ist, genießt man jede Sekunde auf dem Trip durch Robotniks Vergnügungspark. Die neuen Wisp-Fertigkeiten ergänzen das gewohnte Gameplay ziemlich gut. Daumen hoch!

Super Scribblenauts

Eine brennende, unbesiegbare, teuflische, blaue, lebende, große, durstige, hungrige, verwirrte, gestreifte Waschmaschine. Ich konnte eine brennende, unbesiegbare, teuflische, blaue, lebende, große, durstige, hungrige, verwirrte, gestreifte Waschmaschine beschwören. Mehr braucht ihr nicht wissen.


PSP:

Disgaea 2: Dark Hero Days

Hier ist mal wieder etwas für die Power-Leveler: Auch beim PSP-Port des PS2-Strategie-Rollenspiels „Disgaea 2: Cursed Memories“ ist die Levelgrenze 9999. Wer das packen will, braucht viel Zeit. Wer diese nicht hat, erfreut sich immerhin an der mehr als amüsanten Geschichte um den jungen Adell, der auszieht, um den finsteren Overlord Zenon mit seinen Fäusten mächtig zu verprügeln. Schräg, durchgeknallt und genau mein Ding!

Kingdom Hearts: Birth by Sleep

Nachdem „358/2 Days“ für den DS nicht ganz so toll war, hatte ich mir bei „Birth by Sleep“ nicht allzu viele Hoffnungen gemacht. Doch, oh Wunder, Square Enix hat ein großartiges Handheld-„Kingdom Hearts“ auf die Beine gestellt. Die Handlungen der drei Protagonisten mögen zwar an und für sich kürzer sein, doch bis zum letzten Abspann braucht es dennoch die RPG-typischen 25 bis 30 Stunden. Hinzu kommt ein spaßiges Kampfsystem und eine bildschöne Optik. Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob „Re:coded“ etwas wird...

K-On! Ho-Kago Live

Und auch für PSP-Besitzer habe ich einen Import-Tipp. Naja, sofern sie auf den Slice-of-Life-Anime „K-On!“ stehen. Diese können mit „Ho-Kago Live“ garantiert nichts falsch machen. Ja, es ist enttäuschend, dass nur Songs aus der ersten Staffel auf der UMD vertreten sind. Aber es sind immer noch 19 Songs mit Ohrwurmcharakter, die ich persönlich mir immer wieder gerne anhöre. Mehr davon, Sega! Ich warte schon auf einen Nachfolger basierend auf Staffel 2!

Valkyria Chronicles 2

Apropos „Mehr davon, Sega“: Fans des ersten Spiels mögen sich vielleicht mit dem Umzug auf die PSP ein wenig geprellt fühlen, doch PS3-lose Haushalte wie meiner können sich dafür endlich auch mal mit dem Strategie-RPG-Geheimtipp „Valkyria Chronicles“ beschäftigen. Der zweite Teil mag dabei einige Kompromisse eingehen – zum Beispiel mit den in kleinere Teilgebiete aufgespaltene Level – doch das ändert nichts daran, dass der Titel zu fesseln vermag wie kein zweiter.


Xbox 360:

Dead Rising 2

Hm... Darf ich hierüber eigentlich noch etwas schreiben? Egal. „Dead Rising 2“ ist toll. Anstatt Fotos zu knipsen, bastelt der Protagonist hier lieber Waffen zusammen, die teils einfach nur großartig und teils einfach nur absurd sind. In manchen Fällen sogar beides. Ein Paddel mit Kettensägen an den Enden? Check. Ein Rollstuhl auf Hochspannung? Check. Unzählige Zombies, die auf amüsante Weise ums Unleben gekommen sind? Doppel- und Dreifach-Check. Ideal, um mal Dampf abzulassen.

Final Fantasy XIII

Oh Junge... Der neueste Teil der langlebigen „Final Fantasy“-Saga ist ein ganz besonderer Fall. Ich kann es vollkommen verstehen, wenn jemand nach den ersten drei bis fünf Stunden das Handtuch schmeißt und sagt „Was für ein Rotz!“. Denn leider dienen diese Stunden dazu, euch langsam (und unterbrochen von langen Cutscenes) das Kampfsystem näher zu bringen. Sobald man jedoch das Paradigmen-System freigelegt hat, beginnt der Spaß – und trotz (oder vielleicht gerade wegen) der extremen Linearität hat mich „Final Fantasy XIII“ bis zum Abspann festgehalten. Nicht perfekt, aber ich mag es.


Nintendo Wii:

Sonic Colours

Hey, ein gutes 3D-Sonic-Spiel! Ja, okay. Das verkommt mittlerweile zum Running Gag. „Sonic Colours“ hat es nun aber wirklich gut hingekriegt. Mit 5 Stunden mag das Abenteuer zwar wieder etwas schnell vorbei sein, dafür jedoch wird man, wie auch bei der DS-Version, bestens unterhalten. Außerdem können Perfektionisten noch Stunden mit der Suche nach allen versteckten roten Ringen verbringen oder ihren Highscore in die Höhe treiben. Ach ja, und ein paar (eher mäßige) Koop-Level, die dezent an die Mega-Drive-Sonic-Spiele erinnern, gibt es auch noch.


Downloads:

Cave Story (Wii)

Lange Zeit geisterte das Spiel als japanische Freeware mit englischer Übersetzung für den PC herum und nun ist es auf der Wii gelandet – und das zum Glück noch pünktlich im Jahre 2010, wo wir Europäer doch verdammt lange auf das Spiel warten durften... Egal, nun ist es hier, kostet 2 Euro weniger als in Amerika und es ist definitiv die Wartezeit wert gewesen. Ein schmuckes, kleines und trotzdem ergreifendes Abenteuer mit charmanter Pixel-Optik und eingängiger Musik. Pflichtprogramm für Wii-Besitzer.

Pac-Man Championship Edition DX (PS3/360)

Ach kommt schon, ihr wisst doch, dass ich Pac-Man mag. Und wenn dem nicht so ist, wisst ihr es jetzt. Dass die DX-Version der Championship Edition hier zumindest eine Erwähnung findet, sollte selbstverständlich sein. Der neue Geistertyp, der euch stetig verfolgt und von denen ihr eine große Anzahl hinter euch herziehen könnt, ändert die Spieldynamik signifikant und mit den neun Spielvarianten wird einem auch nicht allzu schnell langweilig. Großartiges Arcade-Spiel, kann ich nur wärmstens empfehlen.

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt - Das Spiel (PS3/360)

Wer ein gemütliches, lokales Multiplayer-Spiel sucht und „Castle Crashers“ bis zum Erbrechen gezockt hat, sollte definitiv „Scott Pilgrim“ eine Chance geben. Nach einer durchzockten Nacht an meinem Geburtstag, wo wir das Spiel gleich zweimal in Folge durchgespielt haben, sind wir uns alle einig gewesen: Das Spiel zum Film zum Comic ist großartig und sollte in keiner gut sortierten Download-Sammlung fehlen.


Besondere Auszeichnungen:

Bestes Spiel, bei dem ich lediglich zugesehen habe:

Shin Megami Tensei: Persona 3 Portable (PSP): So langsam können wir die Kategorie auch in „Shin Megami Tensei“-Titel des Jahres umbenennen... Jepp, mein Bruder hat sich kurzerhand ein US-Exemplar von „Persona 3 Portable“ gesichert und ich habe ihm dabei ein wenig über die Schulter geschaut. Mal wieder. Dafür aber weder „Persona 3 FES“ noch „Persona 4“ auf der nun herrenlosen PS2 weiter- bzw. angezockt. Auch an „Persona 3 Portable“ habe ich mich noch nicht gewagt. Ich sollte es mir wohl mal von meinem Bruder borgen... Jedenfalls: Nach wie vor ein erstklassiges RPG. Wer es noch nicht erlebt hat, sollte es dringendst nachholen!

Schlimmstes Spiel, das ich mir in diesem Jahr antun durfte:

K11: Kommissare im Einsatz (Nintendo DS): Lizenzspiele sind schlimm. Lizenzspiele zu halbgaren Sat-1-Sendungen sind noch viel schlimmer. „K11: Kommissare im Einsatz“ grenzt an Körperverletzung. Es sieht nach einem harmlosen Krimi-Adventure mit fünf Fällen aus, ist aber wesentlich schmerzvoller. Es kommt null Spannung auf, man fühlt sich dank des Frage-Antwort-Spielchens nach der Beweissammlung komplett überflüssig und die großen Zeugenbefragungen könnte man kaum schlechter inszenieren, mit ihren unpassenden Dialogen und Charakterbildern. Einfach katastrophal. Böse Zungen mögen behaupten, dass es damit nur der Vorlage treu sei, doch wer ist denn schon so gemein? Ernsthaft, das Spiel ist schlimmer. Eine Folge der Serie ist immerhin nach 30 Minuten vorbei. Die Videospielumsetzung quält das Opfer fünfmal so lang.

MMOdyssee-Highlight:

Monster Hunter 3 (tri) (Nintendo Wii): Zu diesem Spiel habe ich mich ja bereits in aller Ausführlichkeit geäußert. Außerdem ist die MMOdyssee doch eigentlich tot. Doch, nachdem mich jemand darauf aufmerksam machte, dass „Monster Hunter 3“ ja prinzipiell auch ein MMORPG ist, eine kleine Bonus-Episode wollte ich noch liefern; als alternatives Ende. Im nächsten Jahr werde ich aber hoffentlich auf diese Sonderkategorie verzichten können... Jedenfalls: Großartiges Spiel, kann man viel Spaß mit haben, Details findet ihr in meinem zu Beginn des Absatzes verlinkten Artikel.

Beeindruckend, aber leider zu spät:

Super Meat Boy (PC/360): DAMN YOU, STEAM! Ursprünglich hatte ich es bereut, „Super Meat Boy“ nicht beim Launch-Verkauf für 800 Microsoft Points gekauft zu haben. Doch hey, pünktlich zur Weihnachtssaison hat Steam den Titel für schlappe 3,50 Euro verkauft! Da habe ich mich nicht zweimal bitten lassen. Es ist wirklich erstaunlich, wie unglaublich motivierend so ein bockschweres Spiel sein kann... Liegt vielleicht daran, dass jeder Level im Prinzip nur ein Puzzle ist, das mit der richtigen Strategie und etwas Geschick gelöst werden muss. Für die Liste ist es aber ein klein wenig zu spät in meine Hände geraten. Schade um den beinharten Plattformer.

Glaubt es oder nicht, aber ich habe es nicht in diesem Jahr gespielt:

Super Mario Galaxy 2 (Nintendo Wii): Ich weiß schon, ich weiß schon... „Wie kannst du nur? Was soll das? Das ist doch das ultimative Spiel des Jahres! Blasphemie!“ Hey, ich habe Interesse an „Super Mario Galaxy 2“, so ist es ja nicht. Aber nach dem ganzen Hype im Sommer nahm bei mir stetig die Kaufeslust ab. Mittlerweile reizt es mich wieder, allerdings gilt dies auch für Unmengen von anderen Titeln. Ob ich es mir noch holen werde? Auf jeden Fall! Wie bald das ist? Kann ich noch nicht sagen. Für 2010 muss ich jedoch passen.

gamescom Spiel des Jahres 2010:

Metal Gear Solid 3D: Snake Eater – The NAKED Sample (Nintendo 3DS): Ja, okay, es ist kein wirkliches Spiel. Schlagt mich doch. Aber hey, diese Tech-Demo alleine hat mir den 3DS verkauft. „Kid Icarus: Uprising“ ist da nur das Tüpfelchen auf dem i (und war auf der gamescom leider nur in Trailer-Form anwesend). Das kleine „Snake Eater 3D“-Filmchen präsentierte mit Schriftzügen, einer Schlange und anderen kleinen Tricksereien auf wundervolle Art und Weise den brillenlosen 3D-Effekt von Nintendos neuer Handheld-Maschine. Und um die Illusion zu vervollständigen, konnte man sogar an vielen Stellen die Kamera ein wenig bewegen. Schönes Ding, bin schon sehr gespannt auf den kompletten 3DS-Port von „Snake Eater“, den ich mir garantiert nicht entgehen lassen werde.

Sonderaward für Releasedatum-Schizophrenie:

Bayonetta (PS3/360): Oh, Bayonetta, wann hast du uns denn nun beehrt? Technisch ist das abgedrehte Action-Spiel um die fesche Hexe ja in der ersten Januar-Woche 2010 erschienen. Praktisch jedoch hatten viele Händler das Spiel schon Anfang Dezember verkauft und daher ist es auf meiner letztjährigen Liste der Spiele des Jahres auch auf Platz 2. In diesem Jahr... Nah, da bleibt es bei einer gesonderten Erwähnung. Nicht, weil das Spiel auf Dauer seinen Reiz verloren hat. Ganz im Gegenteil! Nein, es hat einfach seinen Platz im Rampenlicht bereits gehabt. Nur komplett in diesem Jahr vergessen wollte ich es nicht.

30.12.10 00:27

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