Spiele des Jahres 2011 - Platz 4



Jede Favoriten-Liste funktioniert nach ihren eigenen Regeln. Das hat zur Folge, dass bei mancher schon mal ziemlich gemogelt wird. So auch hier, denn eigentlich haben wir es nicht mit einer Top 5, sondern mit einer Top 6 zu tun. Für den Platz 4 konnte ich mich einfach nicht für lediglich eines der beiden Spiele - oder eher, für eine der beiden Versionen - entscheiden. Sie sind beide großartig. Aber auch kein Wunder, wir reden hier immerhin von...

Cave Story 3D (3DS)/Cave Story+ (PC/Mac)


Hiermit beginnen die Marathon-Chroniken meiner Spiele des Jahres. Jeden der folgenden Titel habe ich nämlich teils viel zu lang am Stück gespielt. „Cave Story“ habe ich sogar am Häufigsten von allen durchgespielt: Sechs mal. In den letzten zwei Monaten.

Eigentlich hat „Cave Story“ ja schon einige Jahre auf dem Buckel. Es ist als japanisches Freeware-PC-Spiel vor sieben Jahren erschienen, wurde von Fans ins Englische übertragen und erst vor einiger Zeit hat sich Entwickler und Indie-Publisher Nicalis dazu aufgerafft, den Macher Daisuke „Pixel“ Yamaha zu unterstützen und das Spiel auf diverse Nintendo-Systeme zu bringen. Manche werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich im vergangenen Jahr die WiiWare-Version noch im „Rest“ von 2010 aufgezählt habe.

„Cave Story“ hat aber so viel mehr Lob verdient. In seinen rund fünf Stunden Spielzeit erzählt es eine überraschend packende Story, die sich auch nicht vor starken Schicksalsschlägen scheut. Selbst wenn die Handlung komplett vernachlässigbar wäre, kann der Spielablauf selbst komplett für sich sprechen. Die Level sind großartig gestaltet worden, bieten viel Liebe zum (Pixel-)Detail, es gibt zahlreiche optionale Upgrades, die man entdecken kann – darunter diverse Bonus-Waffen, die man in den späteren Abschnitten sehr gut gebrauchen kann – und der Schwierigkeitsgrad ist nicht ohne. Gerade gen Ende zieht „Cave Story“ noch einmal richtig an, nur um dann, wenn man ein paar vielleicht zu gut verborgene Aktionen durchführt, im wirklich letzten Level – der den Spiele passenderweise mit dem Text „Welcome to Hell“ begrüßt – noch einmal eine Schippe draufzulegen.

In diesem Jahr erschienen zwei neue Versionen, mit denen man dieses charmante Abenteuer neu entdecken durfte: „Cave Story 3D“ für den 3DS und „Cave Story+“ für PC und Mac. Beide sind in meinen Augen ihr Geld definitiv wert. Und das, obwohl die 3DS-Version als Vollpreis-Titel ein gutes Stück teurer ist als die ~10-Euro-Fassung für die anderen Plattformen. So klasse die liebevoll designten 2D-Umgebungen im Original und den Umsetzungen für andere Systeme waren, die 3D-Version samt gutem Tiefeneffekt macht einfach auch noch einiges her. Vor wenigen Tagen hätte ich auch noch den Soundtrack zu den Vorteilen der 3DS-Version gezählt, da es sich hierbei um meine Lieblingsfassung handelt, aber den hat Nicalis kürzlich zur Steam-Version hinzugepatcht.

Leider ist die 3D-Grafik damit auch das einzige, was „Cave Story 3D“ wirklich für sich verbuchen kann. Ansonsten mangelt es hier nämlich an einigen Bonus-Modi, wie sie in „Cave Story+“ massenweise vorhanden sind. Da können auch die wenigen neuen Areale nicht mithalten. Solltet ihr euch für das Spiel interessieren, gebt also mindestens der PC/Mac-Fassung eine Chance. Aber glaubt mir: Wenn ihr etwas für gut durchdachte Action-Platformer im Old-School-Stil übrig habt, werdet ihr auch mit der 3DS-Umsetzung nicht enttäuscht.


Am morgigen Mittwoch geht es dann mit etwas kopflastigerem weiter.

27.12.11 23:42

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