Spiele des Jahres 2011 - Platz 1

Thou art I, and I am thou. Thou hath been chosen as my game of the year.

Nichts mit „Bestes Spiel, bei dem ich lediglich zugesehen habe“. Dieses Mal habe ich es selbst gespielt. Selbst Hand angelegt und gemerkt, was für ein wundervolles Spiel ich hier eigentlich verpasst habe. Eine Schande. Eine absolute Schande. Aber hey, besser spät als nie, richtig?
Um ehrlich zu sein hätte ich nie gedacht, dass mich „Persona 3“ wirklich derartig fesseln würde, wie es das getan hat. Vom Zusehen her dachte ich immer, dass die Schul-Sim-Aspekte zwar ganz cool sind, ich aber wahrscheinlich nie die Geduld für das ganze Dungeon-Crawling dazwischen hätte, was zum Stärken der Kampfgemeinschaft nötig ist. Wie falsch ich damit lag, habe ich nach einigen durchzockten Nächten gemerkt.
Das liegt daran, dass dieser Genre-Cocktail einfach hervorragend funktioniert. Sobald man die recht lange Einführungsphase hinter sich gebracht hat, muss man seine virtuellen Tage gut planen. Womit verschleudert man nach der Schule die Zeit? Welche Freundschaft vertieft man weiter? Nutze ich eine der Einrichtungen, um meine persönlichen Werte – Bildung, Charme und Mut – zu erweitern? Oder verbringe ich den Abend damit, Monster zu verkloppen, um für den nächsten Boss gewappnet zu sein?
Das ist nämlich auch noch ein kniffliges Thema: Man steht konstant unter Zeitdruck. Klar, bei den Entscheidungen kann man sich Zeit lassen und auch auf dem Trip durch den mehrstöckigen Tartarus – der einzige „richtige“ Dungeon – muss man in der Regel nicht gegen die Uhr kämpfen. Doch bis zum nächsten Bosskampf gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Zeiteinheiten. Verschleudert man die ergebnislos, steht man vor einem nahezu unpackbaren Gefecht.
Richtig gut gelungen sind auch die Charaktere von „Persona 3“. Jede einzelne Figur, Name und Gesicht vorausgesetzt, hat eine kleine Geschichte zu erzählen. Viele davon lernt man schrittweise kennen, sobald man sich mit ihnen anfreundet. Diese so genannten Social Links sind auch nicht nur zur Zierde da: Je stärker die freundschaftlichen Bande sind, desto stärkere Personas könnt ihr für die „Shin Megami Tensei“-typisch harten Schlachten heraufbeschwören. Aber ich denke, selbst ohne diesen Anreiz hätte ich mich mit der ganzen Gruppe angefreundet.
Man kombiniere dies mit einer spannenden Handlung samt zahlreicher überraschender Wendungen und man hat ein Rezept, mit dem man gut und gerne 70 Stunden und mehr für einen einzigen Durchmarsch verschleudern kann. Wenn man damit fertig ist, kann man sich auch gleich noch einmal ins Abenteuer stürzen. Etwa, um mit dem PSP-exklusiven weiblichen Protagonisten die Story neu zu erleben und dabei auf einige Änderungen im Handlungsverlauf zu stoßen, oder um sich den höllisch schweren Bonusherausforderungen zu stellen. Dass beim Handheld-Port die Schul-Simulation optisch auf Visual-Novel-Niveau runtergeschraubt wurde, stört mich dabei weniger. Im Gegenteil: Das hat mir persönlich sogar besser gefallen als das Herumgelaufe auf der PS2. Es geht einfach schneller. Um die Anime-Zwischensequenzen, die allesamt in dieser Version fehlen, ist es dann aber doch schade.
Nichtsdestotrotz hatte ich mit „Persona 3 Portable“ in diesem Jahr definitiv den größten Spaß. Ich bereue es im Nachhinein wirklich, dieses grandiose RPG nicht schon früher mal angefasst zu haben. Ohne jeden Zweifel ein Meisterwerk des Genres und verdientes Spiel des Jahres. Jetzt muss ich nur noch Geld für eine PSVita zusammenkratzen, bis „Persona 4: The Golden“ hier rauskommt...
Das war es dann auch mit meinen persönlichen Lieblingen aus 2011. In wenigen Stunden beginnt das neue Jahr und wenn ich mir so den Spielehorizont ansehe - mit zum Beispiel „Kid Icarus: Uprising“, „Catherine“ und „Street Fighter X Tekken“ - dürfte es wohl auch bei meiner nächsten Top 5 nicht an Kandidaten mangeln. Also rutscht unverletzt ins neue Jahr und bis zum nächsten Mal!
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Peter / Website (21.2.12 17:26) Cooler Beitrag, wo kann ich das Spiel erwerben? |


